Donnerstag, 2. Juni 2016

SQL Server 2016 ist verfügbar – Was ist in welcher Edition?

SQL Server 2016 ist verfügbar. *jubel*

Selten wurde eine Version so von mir intensiv im Vorfeld verfolgt, weil sie gefühlt für jeden etwas spannendes Neues dabei hat.

Kommen wir zur Frage, welche Features haben es ins Release bzw. in welche Edition (Standard oder Enterprise) geschafft?

Zwar habe ich aufgrund meiner Kommunikation mit Microsoft als MVP und durch die weltweite SQL Community vor dem Release Einiges erfahren. Dieser Artikel geht aber bewusst unbefangen an das Thema und nimmt einzig und allein die offizielle Microsoft Seite dazu als Quelle.

https://msdn.microsoft.com/en-us/library/cc645993.aspx (Stand 02.06.2016)

Blättern wir also mal gemeinsam durch die Liste. Was fällt als Erstes auf? Wo ist die BI Edition hin?

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Ein kurzer Blick auf die 2014 Version des oben genannten Links zeigt diese noch:

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Das könnte evtl. zu Unruhe im Feld führen.

Abschnitt “Cross-Box Scale Limits”

Ein Blick auf “Maximum Compute Capacity” zeigt, dass die Standard Edition 2016 nun “Limited to lesser of 4 sockets or 24 cores” statt wie bei der 2014 “Limited to lesser of 4 Sockets or 16 cores” nutzen kann. Könnte sich als nützlich erweisen.

Nun wird es aber gleich richtig spannend:

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Die Standard Edition der SQL Server Analysis Services (SSAS) unterstützt nun auch Tabular als Modell, wenn auch “nur” für 16 GB. Das ist sehr schön und war auch meiner Sicht auch schon ein wenig überfällig. Guter Zug, Microsoft!

Immer wieder schön zu lesen, dass die maximale Datenbank Größe 524 PB ist. Aber das nur am Rande.

Abschnitt “RDBMS High Availability”

Auf den ersten Blick keine Änderungen. Wobei mir mal so war, als sollten die Verfügbarkeitsgruppen in abgespeckter Form auch für die Standard Edition kommen. Das behalte ich mal im Auge und recherchiere dazu ein wenig nach.

Abschnitt “RDBMS Scalability and Performance”

Okay, dass es “Operational analytics” nicht in die Standard schafft, war klar, da sich hier ja sowohl “In-Memory Column Store” als auch “In Memory OLTP” die Hand geben. Dennoch, cooler Kram ist!

Und eine kleine Überraschung, dass es die “Stretch Database” in die Standard geschafft hat. Wobei, kurz drauf rum denken, macht Sinn, da es sich hier um den Einstieg in die Azure Welt für die SQL Server Kunden handelt. Nützliches Feature auf jeden Fall.

Und wo wir hier gerade sind, wem “Delayed Durability” noch Nichts sagt, mal nachlesen. Kann SEHR nützlich sein, wenn man sich bewusst ist, was man da tut.

Abschnitt “RDBMS Security”

Jetzt wird es schon wieder aufregend. Sowohl “Row-level security” als auch “Dynamic data masking” haben es in die Standard Edition geschafft. Wieder ein guter Zug. Dass es “Always Encrypted” nur für Enterprise gibt, nun ja, ist doch eigentlich auch ein Cloud Treiber, oder?

Abschnitt “Replication”

Noch ein Cloud Feature ist “Transactional replication to Azure”. Gibt es auch für Alle.

Abschnitt “Management Tools”

Da ist mir Nichts aufgefallen.

Abschnitt “Manageability”

Wieder Nichts. Vielleicht brauche ich auch nur einen weiteren Kaffee…

Abschnitt “Development Tools”

Bin mal kurz in der Teeküche. Wieder Nichts.

Abschnitt “Programmability”

Jetzt wird es ja richtig cool. Okay, Kaffee hilft halt immer.

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Denke mal, dass dieses Bild für sich spricht, oder? Was ist denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Basic und Advanced R ist, werde ich noch mit meinem Kollegen Tom Martens bei Gelegenheit näher erklären.

JSON, yeah…

Query Store, wow…

Temporal, Hammer… (und dann noch Strech…)

Microsoft, da habt ihr ja mal alles richtig gemacht!

Abschnitt “Integration Services”

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Azure, Hadoop und HDFS. Schön, machst rund.

Abschnitt “Integration Services – Advanced Adapters”

Okay, da ist Name halt Programm. Mach ja auch Sinn.

Abschnitt “Integration Services – Advanced Transformations”

Okay, halt auch was für den größeren Geldbeutel. Wobei, da hätte ich mir auch mal etwas Neues gewünscht.

Abschnitt “Master Data Services”

Gibst weiterhin nur in der Enterprise Edition. Hat ja auch diverse Neuerungen erfahren. Es lebt zumindest.

Abschnitt “Data Warehouse”

Hat sich Nichts geändert.

Abschnitt “Analysis Services”

Nichts Neues.

Abschnitt “BI Semantic Model (Multidimensional)”

Auch hier nichts Neues.

Abschnitt “BI Semantic Model (Tabular)”

Jetzt aber, Tabular im Standard. Aber…

Keine Perspektiven, Partitionen und kein DirectQuery (Mist…). Wobei, dennoch ein guter Schritt.

Abschnitt “Power Pivot für SharePoint”

Alles weiterhin nur für die Enterprise Edition. Interessant wie sich der Teil weiter entwickeln wird, dank PowerBI.

Abschnitt “Data Mining”

Weiterhin gehen die Basics mit der Standard, der Rest mit der Enterprise. Hat da jemand gerade R gesagt?

Abschnitt “Reporting Services”

Nun gut, Mobile Reports, sprich das Datazen Universum, gibt es nur für die Enterprise. Damit war aber auch zu rechnen.

Abschnitt “Bussines Intelligence Clients”

Dieser Abschnitt ist nach wie vor ein wenig verwirrend. Klar, dass die Clients für mobile Reporting auch nur mittels der Enterprise Edition genutzt werden können.

Das mit PowerBI hätte man geschickter formulieren können, sonst denkt noch jemand, dass man dafür zwingend einen SQL Server Enterprise Edition bräuchte. Was natürlich nicht so ist. Das geht auch ganz ohne SQL Server und macht dennoch Spaß. Das sage ich nicht von Vielem!

Abschnitt “Spatial und Location Services”

Alles bleibt wie es war.

Abschnitt “Additional Database Services”

Nichts Neues.

Abschnitt “Other Components”

Schade, dass man hier ganz hinten im Bus “Data Quality Services” und “StreamInsight” findet. Hätte mir für beide Technologien mehr gewünscht. Zumindest sind sie noch dabei. Inwiefern der Einsatz für die breite Masse Sinn macht, sei dahin gestellt.

Und schon sind wir durch. In Summe hat Microsoft die Standard Edition aufgewertet und vieles von dem coolem Kram nicht nur in der Enterprise gelassen.

Natürlich sind alle Angaben in diesem Artikel unverbindlich und ohne Gewähr !